Braunschweiger Dom

Am Braunschweiger Dom finden sich geheimnisvolle Kratzspuren im Stein, um die sich eine alte Legende rankt. Man erzählt, dass sie vom treuen Löwen Heinrichs des Löwen stammen. Als der Herzog starb und im Dom seine letzte Ruhe fand, soll das Tier voller Schmerz und Verzweiflung versucht haben, seinem Herrn in das Gotteshaus zu folgen. Doch die schweren Türen blieben verschlossen. Aus tiefer Trauer kratzte der Löwe mit seinen Pranken an der Pforte, bis Spuren im Stein zurückblieben – ein stummes Denkmal seiner Treue. Heute geht man jedoch davon aus, dass die Rillen von Menschen geschaffen wurden. Über Jahrhunderte hinweg kratzten Gläubige kleine Mengen des weichen Kalksteins ab, da man dem Pulver wundersame Heilkräfte zuschrieb. Es wurde in Wasser gelöst und als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten getrunken. So entstand nach und nach das tiefe Muster, das noch immer an die sagenhaften Krallen des Löwen erinnert.