BS OS Presseabteilung

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Kurz nach 20 Uhr starteten am letzten Freitag die finnischen Goth‘n‘Roller The 69 Eyes mit „Devils“ in einem gut gefüllten westand in überraschend gleißend weißem Licht und ich muss gleich am Anfang zugeben: Ich kannte die Band nicht und war dementsprechend gespannt. Zu Beginn bedauerte ich den leider viel zu leise abgemischten Gesang von Sänger Jyrki 69, dessen Stimme im Laufe des Auftritts aber immer besser zur Geltung kam und mich an Andrew Eldritch - mit einer leichten Prise Pete Steele - erinnerte. Neben dem charismatischen Sänger waren auch bei Bazie und Timo-Timo an den Gitarren, Archzie am Bass und Jussi 69 am Schlagzeug eine mächtig große Spielfreude erkennbar. Die Coverversion von „Paint It Black“ habe ich erkannt und sehr genossen und die abschließende Hommage an die „Lost Boys“ habe ich auch begeistert zu Kenntnis genommen. Mir fehlte ein wenig Abwechslung beim Tempo der insgesamt 17 Songs aber ich kann durchaus nachvollziehen, warum das Publikum die Band mit ihrem Mix aus Goth, Glam und Hard Rock feierte, während der Umbaupause habe ich sehr viele glückliche Gesichter gesehen. Das „Disneyland after Dark“-Banner war flott aufgehängt, aber bis 22 Uhr war noch Warten angesagt, dass ich mit einer schnellen Runde um den Block und ein bisschen Geplauder am Merch-Stand überbrückt habe, an dem die The 69 Eyes-Shirts gut weggingen. Dabei konnte ich auch eine Umschichtung in den vorderen Reihen des Publikums beobachten. Die überwiegend eher in schlichtem Schwarz oder in Shirts mit Gothic/Horror-Motiven gekleideten The 69 Eyes-Fans wanderten nach hinten, während vorne mehr Rockharz- und Wacken- sowie ältere D-A-D-Schriftzüge auf den Rücken der Fans sichtbar wurden, gleichzeitig verschob sich auch das Alter des Publikums gefühlt einen kleinen Tick nach oben. Mein erstes D-A-D-Konzert habe ich Anfang der 90er miterlebt, damals hatte mich deren Musik „aus der Konserve“ nicht so richtig begeistern können, aber live haben sie dann unglaublich viel Spaß gemacht und ich bin vor allem umgehend zum größten Fan des Bassisten Stig Pedersen geworden, da ich zu dieser Zeit für mich als Bassistin in einer lustig rumpeligen Punk’n’Roll-Kapelle beschlossen hatte, dass E und A-Saite eines Basses absolut ausreichend sind, um ordentlich Party zu machen und wenn jemand Party macht, dann der gute Stig und damit ist und bleibt er eines meiner größten musikalischen Vorbilder. Dazu kommen seine eigenwillig ikonischen Linkshänder-Bass-Bauten, bei denen er aktuell mit Sandberg zusammenarbeitet und die er während eines Auftritts so häufig wechselt, wie andere ihre…äh…Socken (siehe Setlist). Dazu kommen noch seine schrillen Outfits und eine nach wie vor unglaubliche Bühnenpräsenz. Ich habe den D-A-D-Auftritt zum Großteil tanzend verbracht, bei den gut gelaunten Dänen ist still stehen definitiv keine Option. Zu Beginn wirkten sie noch etwas müde, was bei dem Tour-Marathon aber auch kein Wunder ist, das legte sich aber schnell und vor allem Sänger Jesper Binzer zeigte sich im Verlauf des Abends massiv gut gelaunt und machte gewohnt putzige Ansagen in seinem Dänisch/Englisch/Deutsch-Kauderwelsch, der schon für sich genommen für ordentlich Amüsement sorgt. Die Ansage „Ich wills nicht meine Haare schnitzen“ hat gefehlt, da sie den Song „I Won’t Cut My Hair“ leider nicht zum Besten gegeben haben…aber man kann nicht immer alles haben und bei gut 150 Songs eine Auswahl zu treffen, die alle zufriedenstellt, ist einfach unmöglich. Gitarrist Jacob Binzer, der erstaunlich viel Sustain in seinen Sound hineinzauberte, war gut in Bewegung und zog regelmäßig seine charakteristische Schnute. Schlagzeuger Laust Sonne war auch wie immer fluffig und präzise unterwegs und lieferte zusammen mit Stig ein solides Rhythmus-Fundament. Spätestens ab der Mitte des Auftritts wirkten alle glockenwach, sowohl auf als auch vor der Bühne und das allgemeine Fazit nach den drei Zugaben war: Verdammt, das war viel zu kurz. Alles in allem hat der Abend in erster Linie unglaublich viel Spaß gemacht und ich hatte direkt nach dem letzten Song eine sehr schöne Begegnung mit einer mir unbekannten Frau, die mich anstrahlte und mir sagte, das wäre das beste Konzert, auf dem sie je gewesen wäre. Ihre Freude war so groß, dass ich eine ordentliche Portion davon mit nach Hause nehmen konnte. Danke! Danke auch an undercover und das westand Event & Kultur für diesen fantastischen Abend! 🤘🏻 Text: Maren Haas Fotos: Arni Michael Arnold

Der 8. Juli 2025 war ein Fest für Punkrock- & Hardcore-Fans im ausverkauften KufA Haus. Der Abend stand ganz im Zeichen von Energie, Schweiß und politischem Pathos – geliefert von niemand Geringerem als den kalifornischen Hardcore-Veteranen Ignite . Unterstützt wurden sie von der lokalen Vorband Batzen, die sich als würdiger Opener präsentierte. Batzen – Dreckig, roh und überraschend tight Pünktlich um 20:00 Uhr betraten Batzen die Bühne. Die Band aus der Region servierte dem Publikum eine Mischung aus Deutschpunk mit Hardcore-Einschlägen, die sowohl musikalisch als auch textlich keine Kompromisse machte. Kein Firlefanz, kein überproduzierter Sound – einfach ehrlicher, wuchtiger Punk mit Haltung. Für eine Vorband war das bemerkenswert souverän. Ignite – Leidenschaft trifft auf Präzision Kurz nach 21 Uhr war es dann soweit: Ignite, die Hardcore-Legende aus Orange County, betraten unter großem Applaus die Bühne. Schon beim ersten Ton von "Veteran" wurde klar, dass die Band keine halben Sachen macht. Der neue Sänger Eli Santana hat sich mittlerweile mehr als bewährt: kraftvoll, charismatisch und mit einer Stimme, die sowohl rau als auch melodisch durch das Set führte. Die Setlist war ein gelungener Mix aus Klassikern wie "Bleeding", "Run" und "Our Darkest Days", sowie neueren Tracks vom aktuellen Album. Dabei bewiesen Ignite einmal mehr, dass sie es verstehen, politische Statements und persönliche Themen in mitreißende Songs zu verpacken. Besonders bewegend: Die Ansage zum Song "Know Your History", bei der Frontmann Eli die aktuelle politische Lage in den USA und Europa thematisierte – und damit einen Nerv traf. Musikalisch war das Ganze nahezu makellos. Die Rhythmussektion trieb die Songs mit Präzision und Druck nach vorne, die Gitarrenarbeit war schneidend und hymnisch zugleich. Das Publikum feierte jede Note, es wurde getanzt, gepogt und lautstark mitgesungen – vor allem bei den Refrains, die Ignite so einzigartig machen. Fazit: Ein Abend, der bleibt Batzen überzeugten mit Wucht und Haltung, Ignite lieferten eine derart intensive Show ab, dass der Schweiß buchstäblich von der Decke tropfte. Wer an diesem Abend im KufA Haus war, wurde daran erinnert, warum Live-Musik durch nichts zu ersetzen ist: Sie schafft Verbindung, lässt uns laut werden, fühlt sich ehrlich an – und bleibt lange im Gedächtnis. Highlight des Abends: Der letzte Song "Live For Better Days", bei dem der ganze Saal den Refrain überstrahlte – ein Moment zum Festhalten. Fotos: Arni Michael Arnold Text: Adam Ludas

Da habe ich gerade erst den Tipp bekommen, dass VAN HOLZEN eine richtig gute Live-Band sind, da durfte ich letzten Freitag auch schon Fotos bei ihrem Konzert in Braunschweig machen. Ich mochte es schon immer, neue Bands auf Konzerten zu entdecken und in diesem Fall war es gleich eine doppelte Belohnung, denn der Support Nikra war auch fantastisch. Beide Bands haben mächtig Energie von der Bühne ins Publikum geschickt und diese kam mindestens genauso mächtig wieder zurück. Auch die neuen und bisher unveröffentlichten Songs wurden gefeiert, der Sound war druckvoll und klar und ich war sehr dankbar für die „Lichtduschen“, die Van Holzen dabei hatten, so ist zumindest auf ein paar Fotos auch etwas zu sehen. 😉 Ich hatte eine verdammt gute Zeit und freue mich schon auf das nächste Konzert einer dieser beiden Bands. Dann kenne ich auch eure Songs! Danke an undercover und Eule/XO! Fotos und Text: Maren Haas

Ein wunderbar ungewöhnliches Klangerlebnis hat man schon, wenn man sich die Platten von The Notwist zu Gemüte führt. Im Konzert setzen die Weilheimer sich dann aber endgültig die Indie-Krone auf. Das erste Mal darf man beim Betrachten der Instrumente auf der Bühne staunen. Neben Gitarren, Bass und Schlagzeug entdeckt man diverse Synthesizer und Elektronik-Kram und darüber hinaus dann noch eine Tuba, ein Alt-Saxofon, verschiedene Percussion-Instrumente, ein Harmonium mit Blasebalg und ein wirklich wunderschönes und sehr großes Vibraphon. Zunächst ganz leise startet die Band dann zu siebt, man hat gar nicht richtig mitbekommen, dass sie auf die Bühne gekommen sind. Es ist dunkel, als die ersten ruhigen und sphärischen Klänge durch das westand fließen. Die Band ist hochkonzentriert und in ständiger Kommunikation miteinander, Anfänge und Enden von Songs verschwimmen häufig und vor allem werden immer wieder neue Elemente in Songs gemischt, die sich sowieso schon durch einen Genre-Mix auszeichnen. Bei "Pilot" gibt es zum Beispiel einen Techno-Ausflug, nur um dann völlig glatt wieder in den typischen Indietronica-Sound zurückzukehren. An diesem Abend gibt es wirklich alles: Indie-Rock, Folk, Dub, experimentellen Free-Jazz, Electronica und sogar einen Song aus der frühen Hardcore-Punk Phase der Band. Welcher Klang von welchem Instrument erzeugt wird, lässt sich teilweise nicht eindeutig zuordnen und über allem sorgt die Stimme von Markus Acher in Kombination mit den oft melancholischen Melodien für diese Wohlfühlmomente, in die man sich als Zuhörer*in wunderbar reinfallen lassen kann. Auch wenn man die Band schon viele Jahre kennt, überrascht sie einen live immer wieder mit neuen Facetten. Die Klangteppiche wirken niemals überfrachtet, jedes Instrument kommt zur Geltung, der Sound ist fantastisch transparent. Das Publikum feiert diesen wilden Mix, es wird von der ersten bis zur letzten Reihe getanzt, jeder Song ausgiebig bejubelt. In den ruhigen Phasen ist das Publikum mucksmäuschenstill, um sich dann im nächsten Moment wieder rhythmisch zu wiegen oder auch ein zackiges Tänzchen aufs Parkett zu legen. Als nach den üppigen Zugaben das Licht wieder angeht, sieht man ausnahmslos glückliche Gesichter. Wenn The Notwist jeden Monat in Braunschweig spielen würden, ich wäre immer dabei. Diese Band ist ein Fest und ein Genre für sich. Bilder: Michael „Arni“ Arnold Text: Maren Haas